Sonntag, 6. Februar 2011

Rio Grande

Heute war Behördentag.

Wir sind nach dem Frühstück weiter in Richtung Süden gefahren. Kurz vor der chilenischen Grenze, 60km nach Rio Gallegos, haben wir unseren einzigen kurzen Abstecher für heute zur Laguna Azul gemacht. Es ist ein Kratersee, der sich nach einen Vulkanausbruch dort irgendwann mal gebildet hat. Ich glaube, dass man das auf dem Bildern noch recht gut sehen kann.


Dann kam erst mal die Ausreise nach Chile. Es war relativ viel los, so dass wir über eine Stunde brauchten, bis wir an allen 6 Grenzschaltern, (3x Argentinien für die Ausreise und 3x Chile für die Einreise-je einmal Passkontrolle, Zollkontrolle und Gemüsekontrolle oder wie das heißt) durch waren.

Dann hatten wir eine Fähre (weil Straße zu Ende), wobei wir hier mit der Wartezeit Glück hatten. Sie legte kurz nachdem wir den Hafen erreicht hatten an.

Das Ding schaukelte ganz schön. Durch den vehementen Wind, der hier dauernd bläst, auch kein Wunder.
Ich wollte während der Überfahrt eigentlich nicht im Auto bleiben, weil man durch die Schiffswände nichts sieht, es war allerdings unmöglich, unser Auto alleine zu lassen. Es hat nämlich Angst auf dem Schiff. Kaum hatte der Kahn abgelegt, fing die Alarmanlage an und hörte nicht mehr auf. Selbst Auf- und Zuschließen, was normalerweise für ein-bis zwei Stunden Ruhe garantiert, nützte nichts mehr. Sofort beim Zumachen fing die Karre wieder an zu schreien. Also blieb ich drin sitzen, das Auto war ruhig und fühlte sich wohl. (Jetzt steht er wieder unten im Hof mit abgeklemmter Batterie)

Nach der Überfahrt waren wir in Feuerland.
Die weitere Fahrt führte durch die Pampa, wobei, wie schon gestern, hier überall Gas gefördert wird. Zusätzlich sieht man entlang der ganzen Küste eine Bohrplattform nach der anderen, ansonsten nicht viel Landschaft in der Gegend.


Begeleitet wurden wir heute wieder mal von der Schwiegermutter, die wir schon vor ein paar Tagen in El Calafate getroffen hatten (C.: sie ist halt immer und überall dabei, wobei sie uns ruhig hätte verraten können, dass sie hier ein Busunternehmen hat, vielleicht hätten wir dann bei "Schwiegermutter-Tours" gebucht))


Nach der Fähre ging es Richtung argentinische Grenze bei San Sebastian. Ca. 30 km vorher war es wieder soweit, ich meine das mit der Windschutzscheibe, das kennt ihr ja noch aus dem Australienblog.
Laut den hiesigen Miet- und Versicherungsbedingungen muss man, wenn man den Schaden nicht selber zahlen will, den Schaden polizeilich aufnehmen lassen. Also sind wir unmittelbar vor der Grenze zur Polizeistation und haben nun ein amtliches Protokoll (C.: ganz wichtig, mit einem großen Stempel drauf!!), dass uns ein Stein in die Scheibe geflogen ist. Das ganze dauerte nur 30 Minuten, wobei die meiste Zeit dafür draufging, den wachhabenden Beamten, der in seinem Bürostuhl im Tiefschlaf versunken war, so vorsichtig zu wecken, dass er uns nicht gleich rausschmeißt. Das hat aber gut geklappt.

Danach kam dann wieder die Einreise nach Argentinien mit Notarvollmacht (mit Fingerabdruck des Eigentümers), dass wir unsere Jaulkarre nicht entführen, sondern rechtmäßig außer Landes bringen, das hatten wir schon ein paar Mal.

Jetzt sind wir also in Rio Grande, einer weiteren nicht sehr schönen Industriestadt, eine reine Übernachtungsstation.

Grüße

PS: Und Marga, wir haben hier überhaupt kein schlechtes Wetter, besseres gibt es hier nie. Es ist eigentlich fast immer trocken, nur abartig windig und der Wind ist halt kalt. So ist hier der Hochsommer. Wir sind morgen in der südlichsten Stadt der Welt, dahinter gibt es nur noch die Antarktis.

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